Gemeinsam für den guten Zweck

„Wir wollen uns engagieren, aber wann?“

Diesen Satz hat jeder von uns schon einmal gesagt oder zumindest gehört. Zeitmanagement ist wohl die größte Hürde. Vor allem wenn es um ehrenamtliche Projekte geht. Erst recht im Design-Bereich. Ideen brauchen Zeit, doch ehrenamtliche Ideen bringen oftmals nur kleine oder eben keine Honorare. Und ganz ohne Geld – geht es nicht. Außerdem fehlt bei den Pro-bono-Arbeiten oft eine hilfreiche Deadline; ein Anhaltspunkt, der das Zeitmanagement vereinfacht.

Deadline setzen!

Die Kunst besteht darin, die Aufgaben und Projekte so zu verteilen, dass bezahlte und unbezahlte Aufträge sich die Waage halten, ganz im eigens festgelegten Maß. Das Engagement wird einfach in den vergüteten Berufsalltag integriert. Deadlines erleichtern das eigene Zeitmanagement, besonders wenn es um ehrenamtliche Tätigkeiten geht, die man gerne mal auf später verschiebt. Denn ob bezahlt oder unbezahlt: jedes Projekt ist eine gute Übung – und versprochen ist versprochen. Man braucht einen gewissen zeitlichen Druck, um sich darauf einzulassen und in den Flow zu kommen. Man sollte aber jedem Projekt die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen. Wobei es unvermeidbar ist zu kommunizieren, dass vereinbarte Abgabetermine gegebenenfalls nicht eingehalten werden können (wenn beispielsweise ein bezahlter Auftrag dazwischenkommt). Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, man mache die Pro-bono-Arbeiten nur, um sein Image aufzubessern. Denn es gibt so viele andere Vorteile bei sozialen Projekten.

Kreativität und Freiheit fördern

Wie zum Beispiel: Mit Menschen zusammen zu arbeiten, seinen eigenen Workflow organisieren, realistische Deadlines setzten und sie zu kommunizieren. Wir lernen nicht nur mit jedem bezahlten sondern eben auch mit jedem unbezahlten Projekt. Bei den sozialen Arbeiten hat man zudem weitaus größere Freiheiten. Dadurch, dass ehrenamtliche Projekte ganz anders wahrgenommen werden, erlangen sie eine andere Wertschätzung als „normale“ Aufträge und das fördert die Kreativität. Gerne gewähren die Organisationen solcher Aufgaben mehr Freiraum für eine eigene Gestaltung. Ob nun Spendenbrief, Motivations Profil, Fanpage oder Küchenzuruf: gerade hier ist Kreativität gefragt. Der Fundraising Bereich kann dabei auf spezifische Mittel zurückgreifen.

Geschichtenerzähler

Wichtig für die Arbeit mit sozialen Anliegen ist besonders das Instrument Storytelling. Für Redakteure wie Designer gilt es, bewegende Geschichten zu kreieren, die die Menschen zum Helfen bewegen und ansprechen. Die emotionale Geschichte hinter dem Projekt baut eine Brücke zwischen der Hilfsorganisation und dem Helfer. Sie schlüsselt auf, um wen oder was es geht und bringt den Menschen das Projekt näher, sodass sie es verstehen. Die meist ergreifende Story wird in einfache Worte gefasst und verknüpft Ideen mit Menschen und veranschaulicht somit konkret wem die Spende zugute kommt, wodurch das Vertrauen in die Organisation weiter steigt. In der Story wird beschrieben, welche Hindernisse überwunden werden müssen, um ans Ziel zu kommen oder ein Vergleich geschaffen, der zur Verständlichkeit der Problemstellung verhilft.

People give to people

Eine persönliche Beziehung zu der Organisation oder dem Hilfsprojekt ist in diesem Zusammenhang sehr bedeutend. Es ist leichter, einen Pro-bono-Auftrag anzunehmen, wenn das eben schon erwähnte Vertrauen vorhanden ist. Man sollte auf eine gemeinsame Mission haben und sich miteinander identifizieren können. Von Mensch zu Mensch. Wenn diese Grundvoraussetzung stimmt, fällt die unentgeltliche Arbeit oft ganz leicht und auch das zeitliche Management entwickelt sich zu einer kontinuierlichen persönlichen Absprache mit der entsprechenden Organisation und mit diesem Teamwork wird das Projekt ein voller Erfolg.

Wir bei phase grün

Auch uns liegt viel daran, Hilfsprojekte wie beispielsweise Malak.help zu unterstützen. Trotz des engen Zeitplans, der im Online-Marketing vorherrscht, lassen wir es uns nicht nehmen, die eine oder andere Organisation ehrenamtlich zu unterstützen. Denn es geht auch darum, etwas zurückzugeben. Auch Vereine wie der Reiterbund 64 Saarlouis e.V. oder der Oratorienchor Saarbrücken e.V. gehören zu unseren festen Kunden, einfach aus Vertrauen und persönlichem Engagement. Und was die Belohnung angeht: was ist befriedigender als zu helfen? Und so denken auch einige Startups für E-Collaboration, die den vielen Hilfsorganisationen eine Plattform bieten, ihre Projekte von einem Netzwerk Kreativer Helferlein bearbeiten zu lassen. Die sozialen Unternehmen bezahlen gerne eine kleine Aufwandsentschädigung oder ein Essen und sind offen für ein Treffen, bei dem sie Kost und bei weiteren Reisen auch Reisekosten und Logis übernehmen.

E-Collaboration for good

Ein weiterer Weg, sich als Unternehmen zu engagieren, ist es, seine Mitarbeiter für eigene soziale Projekte freizustellen. Vielleicht nur ein paar Stunden in der Woche oder im Monat. Zum Beispiel unterstützt unsere Mitarbeiterin als Kommunikationsdesignerin den Waldkindergarten Merzig bei der Webseitengestaltung. Dazu gibt es Organisationen wie www.youvo.org, bei denen man sich registrieren kann, um in seinem Tätigkeitsfeld zu helfen. Es geht hierbei um das Engagement für soziale Projekte. Unsere phase grün Redakteurin Ann Sophie Willeitner ist dort auch vertreten. Weitere Informationen und Beratung in Sachen Fundraising gibt es zum Beispiel unter www.netzwerk-gemeinnuetzigkeit.de. Dort können sich potenzielle Spender, Organisationen (NPOs) und Dienstleister mit Erfahrung im Non-Profit-Bereich vernetzen. Geschätzt soll es 53.000 haupt- und 300.000 ehrenamtliche Fundraiser in Deutschland geben und nach den Werten des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die durchschnittliche Spendensumme pro Jahr auf 5 Mrd. Euro. Unser Fazit: Zusammen sind wir stark – power to the people.

Quellen:

Diehm, Susanne & Firnkes, Michael (2013). Die Macht der Worte – Schreiben als Beruf. mitp Verlag.

Kirst, Nina; Reinke, Laura & Lehmann, Laura (2019). „Design for Good“, Page 01.2019 Seite 18 ff.

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