Kreatives Potenzial im Saarland

Ein kleiner Wirtschaftszweig

Wusstet ihr, dass nur 1,9 % der erwerbstätigen Saarländer in der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten? Das ist deutlich weniger als der westdeutsche Durchschnitt von etwa 3 %. Zur Kultur- und Kreativwirtschaft im Saarland zählen alle wirtschaftlich orientierten Unternehmen, die sich mit der Schaffung, Produktion und Verbreitung von kulturellen oder kreativen Gütern bzw. Dienstleistungen befassen – und damit auch der Werbemarkt. phase grün gehört dazu und wie heißt es im Saarland so schön „Großes entsteht immer im Kleinen“.

Klein und Kleinstwirtschaft

Im Saarland umfasst dieser Zweig 755 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter. Jedoch zählt die IHK Saarland im Saarwirtschaft-Magazin 1.136 Mitgliedsbetriebe im Werbemarkt. Zudem besteht die gesamte Branche Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem großen Teil aus Freiberuflern. Auch die vielen sogenannten Solo-Beschäftigten und Klein- sowie Kleinstunternehmen lassen sich mit der Anzahl von nur 2.274 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen und dazu 7.235 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft erklären.

Zum Jahresende 2018 befand sich die Konjunktur im Dienstleistungsbereich an der Saar in einem hoch, wie es keine andere Branche verzeichnen kann. 97 % der befragten Unternehmen bewerten in der neusten Ausgabe des Saarwirtschafts Magazins ihre Geschäftslage als positiv. Ganz anders sieht es leider im Sektor Industrie aus. Dort hat sich der Lageindikator weiter um 5,8 Punkte verschlechtert. Auch die Aussichten für 2019 deuten nicht auf Besserung hin. 76 % der Unternehmen sehen die Zukunft gleichbleibend.

Potenzial ausschöpfen

Insgesamt sind 4.229 Betriebe aus der Kultur- und Kreativwirtschaft bei der IHK Mitglied und da ist noch Luft nach oben. Obwohl der kreative Bereich der Wirtschaft unter anderem die Region für Zuziehende attraktiv machen könnte, geht die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor weiter zurück. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, wurde 2012 das Kreativzentrum Saar gegründet, welches nun seine Kooperation mit der IHK Saarland verstärkt. Dazu soll es monatliche Treffen geben, um die kreativen Köpfe mit der traditionellen Wirtschaft zu vereinen. Mehr dazu findet ihr hier: IHK Saarland.

Austausch und Weiterbildung

In der Branche gibt es zahlreiche Plattformen und Möglichkeiten zum Austausch der Unternehmen. Auch der Marketing Club oder der „Kupo-Stammtisch“ der saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik e.V. (Kultu) veranstalten regelmäßige Treffen. Der Praxistag Online-Marketing bietet zudem Vorträge, wie auch den von phase grün Inhaberin Birgit Kopcic im Juni 2018 zum Thema Content-Marketing. Weiterhin kann man online beispielsweise Teil der Community Dock 11 (ehemals buntekohle.eu) werden und sich auf dieser Plattform informieren und innerhalb der Kreativbranche vernetzen.

Wettbewerbe bieten Unterstützung

Zur Unterstützung haben sich das saarländische und das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium vereint. Sie haben den Wettbewerb „Kreativsonar“, der die Ausarbeitung und Umsetzung kreativer Geschäftsideen unterstützt, gemeinsam ausgearbeitet. Auch im Bereich Design gibt es alle zwei Jahre Motivation, mit dem „Saarländischen Staatspreis für Design“. Die Förderung der saarländischen Filmemacher kommt mit 80.000 € pro Jahr nicht zu kurz. Darüber hinaus gibt es den „Location und Production Guide“ für die Region und 2018 erstmals 100.000 € Förderung für die Games-Branche.



Quelle:
Hafner, Mathias & Lars Potyka (2018): Die Kultur- und Kreativwirtschaft: Noch viel Potenzial an der Saar, in: Saarwirtschaft, 10, 12-14.